Abstraktes Motiv zum Finden des günstigsten Tarifs: absteigende Messbögen zu einem hellen Wertpunkt
Ratgeber

Günstige Handytarife finden — worauf es beim Preis wirklich ankommt

Günstige Handytarife gibt es reichlich — schwierig ist nur, den wirklich günstigen vom bloß billig beworbenen zu unterscheiden. Dieser Ratgeber zeigt, was den realen Preis bestimmt, wo die günstigsten Tarife herkommen und wie du in vier Schritten deinen findest.

Von Jan Merkle · Mobilfunk-Analyst ·

Realistischer günstigster Monatspreis nach Nutzertyp (Beispiel)
Wenignutzer ~ 5 €
Normalnutzer ~ 10 €
Vielnutzer ~ 20 €

„Günstig“ ist relativ: das billigste Angebot nützt nichts, wenn es zu klein ist — und das große Paket ist teuer, wenn du es nie ausnutzt.

Günstig heißt nicht billig

Günstige Handytarife werden überall beworben, doch der Preis auf dem Werbebanner sagt wenig darüber aus, was ein Tarif am Ende wirklich kostet. Entscheidend ist der reale Monatspreis über die gesamte Laufzeit — und der setzt sich aus mehr zusammen als der Grundgebühr. Ein günstiger Handytarif ist deshalb nicht automatisch der mit der niedrigsten Zahl im Angebot, sondern der, dessen Gesamtkosten zu deinem tatsächlichen Verhalten passen. Wer das verstanden hat, spart bei Mobilfunk oft mehr als durch jeden Anbieterwechsel.

Die drei versteckten Kostentreiber

Drei Posten machen aus einem scheinbar günstigen Tarif einen teuren. Erstens die Anschlussgebühr: eine einmalige Zahlung, die im Kleingedruckten steht und den ersten Monat spürbar verteuert. Zweitens die Preiserhöhung ab dem 13. Monat — viele günstige Mobilfunktarife locken mit einem Rabatt im ersten Jahr und steigen danach auf den Normalpreis. Drittens die Datenautomatik, die bei aufgebrauchtem Volumen ungefragt teures Zusatzvolumen nachbucht. Wer diese drei Punkte vor dem Abschluss prüft, erkennt schnell, ob ein Handytarif wirklich günstig ist oder es nur im ersten Monat scheint.

Günstig ist, was zum Bedarf passt

Der häufigste Fehler beim Sparen ist das zu große Paket „zur Sicherheit". Ein Tarif mit 50 GB ist kein Schnäppchen, wenn du monatlich 6 GB nutzt — dann zahlst du Monat für Monat für Leistung, die verfällt. Genauso teuer wird es andersherum, wenn ein zu kleiner Billigtarif ständig nachgebucht werden muss. Der günstigste Handytarif ist deshalb immer der, der zu deinem realen Bedarf passt. Wie viel Datenvolumen du tatsächlich brauchst, schätzt der GB-Bedarfsrechner aus deinem Verhalten — das ist der erste Schritt zu einem günstigen Tarif, der nicht am Bedarf vorbeigeht.

Wo die günstigsten Tarife herkommen

Die günstigen Handy-Tarife stammen fast alle von Discountern. Sie betreiben kein eigenes Netz, sondern mieten sich in die Netze von Telekom, Vodafone oder O2 ein und geben den niedrigeren Preis an die Kunden weiter. Für dich heißt das: dieselbe Netzabdeckung wie beim großen Anbieter, aber deutlich günstiger — dafür mit weniger Service-Komfort. Welcher Discounter in welchem Netz funkt, zeigt der Discounter-Überblick; welche Unterschiede zwischen den Netzen bestehen, klärt der Netz-Ratgeber. Ein günstiger Tarif im falschen Netz ist kein guter Deal, wenn die Abdeckung dort schwach ist, wo du täglich unterwegs bist.

Prepaid, Vertrag oder ohne Handy?

Ob ein günstiger Mobilfunktarif als Prepaid oder als Laufzeitvertrag am meisten spart, hängt von deiner Nutzung ab. Bei schwankendem oder geringem Verbrauch ist Prepaid meist günstiger, weil du nur zahlst, was du nutzt — Details im Prepaid-Ratgeber. Bei konstanter Nutzung kann ein kleiner Vertrag günstiger sein; wo der Break-even liegt, rechnet der Prepaid-vs-Vertrag-Rechner aus. Und wenn ein neues Handy im Spiel ist, gilt die wichtigste Sparregel überhaupt: Gerät und Tarif trennen. Ein subventioniertes Handy im Vertrag ist über 24 Monate fast immer teurer als beides getrennt gekauft — nachrechnen lässt sich das mit dem Sparrechner „Vertrag ohne Handy".

In vier Schritten zum günstigen Tarif

So findest du systematisch den günstigen Handytarif, der zu dir passt: Zuerst den Datenbedarf schätzen, damit das Paket weder zu groß noch zu klein ist. Dann das passende Netz festlegen — gute Abdeckung dort, wo du bist. Anschließend die Tarifformen im Tarif-Vergleich gegenüberstellen und dabei auf den realen Preis inklusive Anschlussgebühr und Preiserhöhung achten. Und zum Schluss die drei Kostenfallen prüfen, bevor du unterschreibst. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, landet nicht beim lautesten Angebot, sondern beim günstigsten, der wirklich zu ihm passt.

Günstige Handytarife — häufige Fragen

Was macht einen Handytarif wirklich günstig?
Nicht der beworbene Monatspreis, sondern der reale Preis über die gesamte Laufzeit: Grundgebühr plus Anschlussgebühr, mögliche Preiserhöhung ab dem 13. Monat und eine Gerätefinanzierung, falls ein Handy dabei ist. Ein günstiger Handytarif ist der, dessen Gesamtkosten zu deinem tatsächlichen Bedarf passen.
Sind günstige Handytarife schlechter?
Nein. Die meisten günstigen Mobilfunktarife laufen als Discounter im Netz der drei großen Betreiber (Telekom, Vodafone, O2). Du zahlst weniger vor allem für weniger Marketing und Service-Schnickschnack, nicht für schlechtere Netzqualität. Worauf du beim Netz achten solltest, steht im Netz-Ratgeber.
Wo finde ich die günstigsten Handytarife?
Bei den Discountern. Sie mieten sich in die bestehenden Netze ein und geben den Preisvorteil weiter. Welcher Discounter in welchem Netz funkt, zeigt der Discounter-Überblick.
Ist Prepaid günstiger als ein Vertrag?
Bei geringer oder schwankender Nutzung meist ja, weil du nur zahlst, was du verbrauchst. Bei konstanter Nutzung kann ein kleiner Vertrag günstiger sein. Der Prepaid-vs-Vertrag-Rechner zeigt den Break-even über 24 Monate.
Günstiger Tarif mit oder ohne Handy?
Fast immer ohne. Ein subventioniertes Handy im Tarif ist über die Laufzeit oft teurer, als Gerät und SIM getrennt zu kaufen. Wie groß der Unterschied ist, rechnet der Sparrechner „Vertrag ohne Handy" aus.
Worauf sollte ich bei günstigen Tarifen achten?
Auf die drei Kostenfallen: einmalige Anschlussgebühr, automatische Preiserhöhung nach dem ersten Jahr und eine Datenautomatik, die ungefragt teures Volumen nachbucht. Wer diese drei Punkte prüft, erkennt den wirklich günstigen Tarif hinter dem Lockpreis.